Mobilfunk 2007: Höhere Datenraten dank HSPA

Egal ob es um UMTS, HSDPA oder Mobile-TV geht - Qualcomm bietet Lösungen und Chipsätze für die Mobilfunkbranche. ZDNet sprach mit Andrew Gilbert, Europa-Präsident von Qualcomm, über die Entwicklung der Datenraten im Mobilfunk, welche Chancen er Wimax einräumt und warum er Mediaflo bei Mobile TV noch nicht abschreibt.

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ZDNet: Herr Gilbert, Qualcomm kennt man bei uns hauptsächlich als Anbieter von Chipsätzen für Mobiltelefone. Doch das ist nur ein Aspekt von Qualcomm.

Gilbert: Insgesamt haben wir den Anspruch möglichst viele Aspekte des Mobilfunks abzudecken. Wir liefern beispielsweise Chipsätze für Basisstationen und helfen den Netzbetreibern und Medienanbietern bei der Bereitstellung von Content Systemen. Auch bei den mobilen Endgeräten haben wir eine breite Produktpalette. Das beginnt bei den Chipsätzen geht über die technische Luftschnittstelle und endet bei der Bereitstellung von flexiblen, modularen User Interfaces für Mobiltelefone.

ZDNet: Wenn Qualcomm sowieso viele Bestandteile eines Mobiltelefons herstellt, läge es da nicht nahe, selbst in die Produktion einzusteigen?

Gilbert: Nein, wir sehen keinen Grund unser bisheriges Geschäftsmodell zu ändern. Wir werden auch weiterhin ein Forschungs- und Entwicklungsunternehmen sein, das sich über Lizenzierungsgebühren finanziert. Wir stellen unsere Produkte anderen Herstellern und Netzbetreibern zur Verfügung und unterstützen sie mit unserem breiten Marktwissen.

ZDNet: Qualcomm stellte als erster die 7,2 MBit/s schnelle Übertragung mit HSDPA vor. Doch die Betreiber sind erst dabei auf Datenraten von 3,6 MBit/s umzustellen. Sind Sie mit der Marktentwicklung von HSDPA zufrieden?

Gilbert: HSDPA ist vor allem in Deutschland ein großer Erfolg. Hier stellen wir eine große Nachfrage nach der schnellen Datenübertragung fest. Technologisch sind 7,2 MBit/s tatsächlich schon möglich. Ob das Geschwindigkeits-Upgrade bereits in 2007 auf den Markt kommen wird, liegt aber nicht in der Hand von Qualcomm, sondern ist eine Entscheidung, die von den Netzbetreibern getroffen werden muss. Was wir aber meiner Meinung nach nächstes Jahr auf jeden Fall erleben werden ist die Einführung von HSUPA. Damit erhöht sich dann auch die Datenrate im Uplink.

HSPA ist ein Schritt hin zu Multiservice-Umgebungen, mit denen die Betreiber den Kunden genau das anbieten können, was sie benötigen. Sprache über die 3G-Netze, schnelle Datenübertragung beispielsweise mit HSPA. Wollen Betreiber langfristig erfolgreich sein, müssen sie den Wechsel in eine Multiservice-Umgebung schaffen. Studien zeigen, dass in Multiservice-Umgebungen, die unterschiedliche Services anbieten können, der durchschnittliche Umsatz pro Kunde steigt.

Wir sehen es derzeit als eine unserer wichtigsten Aufgaben an, den Netzbetreibern zu zeigen, was mit HSDPA und HSUPA alles möglich ist. Wir erachten es zum Beispiel für wichtig, das HSPA auch möglichst schnell in die Mobiltelefone Einzug halten wird.

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